Die Legende von Alice von Forbach:
zwischen Geschichte und Geheimnis am Mont Sainte-Croix

Startseite > On en parle > Die Legende von Alice von Forbach: zwischen Geschichte und Geheimnis am Mont Sainte-Croix

Wenn man den bewaldeten Pfad hinaufsteigt, der zur Sainte-Croix-Kapelle, scheint die Zeit stillzustehen. Dort, auf den Höhen von Forbach, bietet der Warndt-Wald ein beruhigendes Panorama, und man ahnt, dass dieser Ort nicht nur wegen der Schönheit der Aussicht gewählt wurde. Er birgt eine Geschichte, oder vielmehr eine Legende, die Jahrhunderte überdauert hat: die von Alice von Forbach.

Eine junge Frau im Mittelpunkt der Begierden

Man erzählt sich, dass Alice die Tochter eines Adligen war, Théodorich von Werd, Graf von Rixingen. Ihre Schönheit und ihr Charme zogen alle Blicke auf sich, und bald verliebten sich zwei Ritterbrüder unsterblich in sie: die Herren von Siersburg und Felsberg.

Alice, kokett und unentschlossen, ließ sich gerne umwerben. Doch diese Rivalität legte sich nicht, sondern wuchs bis zum Verhängnis.

Das Duell der Brüder

Die beiden Ritter beschlossen, ihren Streit mit Waffen auszutragen. Ein Duell ohne Wiederkehr. Der Ausgang war tragisch: Beide kamen ums Leben und ließen Alice mit einem irreparablen Verlust zurück. Erst dann verstand sie, wohin ihre Gefühle wirklich gingen… zum Herrn von Siersburg.

Kummer und Reue trafen sie mit voller Wucht. Sie, die mit Herzen gespielt hatte, sah nun drei Leben durch ihre Schuld zerbrochen.

Der Rückzug und die Kapelle

Verzweifelt beschloss Alice, sich aus der Welt zurückzuziehen. Sie ließ auf dem Mont Sainte-Croix, einen Gebets- und Andachtsort, ein Oratorium errichten. Dort, in der Stille der Natur, verbrachte sie ihre letzten Jahre, fernab vom Glanz und den Leidenschaften ihrer Jugend.

Die Legende besagt, dass sie am Fuße des Kapellenaltars in einem direkt in den Fels gehauenen Grab beigesetzt wurde. Viel später wiederentdeckt, nährt dieses Grab bis heute das Geheimnis um ihre Geschichte.

Eine geschichtsträchtige Kapelle

Die Sainte-Croix-Kapelle, die Forbach seit dem 13. Jahrhundert überragt, bewahrt noch immer die Erinnerung an Alice. Im Laufe der Jahrhunderte umgestaltet, bleibt sie ein Ort der Pilgerfahrt und Besinnung, aber auch eine spirituelle Etappe für einige Pilger des Jakobswegs.

Auch wenn Alice nie heiliggesprochen wurde, wird sie manchmal „Heilige Alice“ von der Volkstradition genannt. Ein Beweis dafür, dass ihre Legende, zwischen Tragödie und Reue, die Gemüter nachhaltig geprägt hat.

Zwischen Geschichte und Legende

Es ist schwer, die Wahrheit vom Mythos zu trennen. Historikern fehlen greifbare Beweise, um alle Details dieser Erzählung zu bestätigen. Doch das ist unwichtig, denn die Legende von Alice von Forbach hat es verstanden, Generationen zu überdauern, getragen von dieser Mischung aus Leidenschaft, Schuld und Glauben.

Eine Einladung zur Entdeckung

Heute auf den Mont Sainte-Croix zu steigen, bedeutet, in Alices Fußstapfen zu treten. Es bedeutet, vor der Kapelle innezuhalten, sich von der Stille des Waldes umhüllen zu lassen, die Aussicht zu genießen und sich diese junge Frau auf der Suche nach Erlösung vorzustellen.

Ein Ort, der zugleich romantisch und spirituell ist, wo Geschichte und Legende sich verflechten, um den Besuchern ein einzigartiges Erlebnis zu bieten.

Teilen Sie diesen Inhalt!

Bleiben Sie informiert